Gestern war es dann so weit. Um 18.30 erfolgte unser Start und ich hatte mich als Startläufer eingetragen. Das Wetter war bescheiden, um es milde auszudrücken. Denn normalerweise würde man bei dem Wetter kaum freiwillig in den Park gehen. Es wehte ein starker Wind, es schauerte immer wieder einmal und die Temperatur sank auf gefühlte 5°C, reell waren es wohl etwas mehr als 10.
Richtig los ging es für uns allerdings nicht um halb, sondern erst ca. 7 Minuten später. Es wurde in zwei Gruppen gestartet und auf Grund unserer hohen Nummer waren wir in der Zweiten. Das bedeutete ersteinmal warten, eingekeilt zwischen hunderten anderer Läufer und irgendwie warm bleiben.
Die Strecke führte kreuz und quer durch den nordöstlichen Teil des Tiergartens. Der Startbereich befand sich in Sichtweite des Kanzleramtes. Von hier ging es nach Süden zur Straße des 17. Juni, diese auf dem Rad- und Gehweg entlang bis zur Siegessäule, jetzt auf einem parallelen Parkweg wieder bis in den Startbereich. Eine erneute 180°-Wende brachte uns zum Schloß Bellevue von wo es dann endgültg bis zum Ziel ging, allerdings drehten wir noch eine kleine Runde durch das Spalier im Start-Ziel-Bereich zwischen den VIP-Zelten und den wartenden anderen Läufern hindurch.
In der Vorstartphase hatte ich mich relativ weit vorne eingeordnet, in der Hoffnung schnell aus dem Getümmel herauszukommen und frei zu laufen. So startete ich auch relativ schnell und suchte meine Lücken. Nachdem ich die Str. d. 17. Juni allerdings erreicht hatte, fand ich schnell mein eigenes Tempo und ließ mich auch nur wenig von anderen ziehen.
Unterwegs fing es an stark zu nieseln, es standen an einigen Stellen Trommler und der Krach drückte ins Trommelfell, an Querwegen standen Aufpasser des Veranstalters und verhinderten das Abkürzen. Ein einheitliches Lauftempo um mich herum gab es nicht. Es gab zwar einige, die ähnlich schnell unterwegs waren wie ich, aber ständig kamen Schneller von hinten oder ich lief auf langsamere auf.
Bisher hatte ich nicht auf mein mitgeführtes GPS geschaut, vor allem um nicht an die restliche Streckenlänge denken zu müssen. Vor dem Bellevue wollte ich es dann aber doch genau wissen, vielleicht auch um die Kraft für die letzten Kilometer besser einteilen zu können. Leider mußte ich aber feststellen, daß ich wieder irgendeine Taste gekommen sein muß und die Stopuhr nicht lief. Also konnte ich sie hier nur noch starten und nachher sehen, wie weit es ab hier noch war.
Dann erreichte ich irgendwann letztmalig den Startzielbereich und nachdem ich eine Kurve hinter mir gelassen hatte plötzlicher Lärm von rechts - meine Teamstaffel stand am Rand und feuerte mich nochmal mächtig an. Jetzt also wirklich nur noch ein Paar Meter - also Gas geben und noch ein Paar Sekunden gut machen.
Angekommen in der Wechselzone sah ich auch relativ bald den ausgestreckten und winkenden Arm meiner Ablösung. Unser zweiter Läufer stand in einer der hinteren Reihen, was für ihn den Start sehr erleichterte.
Meine Zeit weiß ich nicht genau, aber sie müßte bei etwas über 25 Minuten liegen. Mein Ziel habe ich damit nicht erreicht, aber der Spaß war im Endeffekt wichtiger und insgesamt können wir mit 2:05 zufrieden sein.
Wird es eine Wiederholung für mich geben? Vielleicht, wobei ich mich eher für ein Radrennen erwärmen könnte. Also bis zum nächsten Jahr, vielleicht.